Wie LUMI entstanden ist
LUMI ist nicht als Produkt entstanden. Sondern als Haltung.
Im Rahmen des Projekts LLMO Ready habe ich mich intensiv mit künstlicher Intelligenz beschäftigt – mit der Frage, wie Inhalte aufbereitet sein müssen, damit sie von modernen KI-Systemen korrekt verstanden, eingeordnet und verantwortungsvoll weitergegeben werden können. LLMO Ready beschäftigt sich genau damit: Inhalte so zu strukturieren, dass sie verständlich, verlässlich und kontextbewusst bleiben – auch in einer Welt, in der Maschinen zunehmend mitlesen, mitdenken und mitantworten.
Parallel dazu gibt es meinen ganz normalen Alltag. Ich lebe mit zwei Kindern und meiner Frau auf dem Land, und wie viele Eltern stehe ich täglich vor der gleichen Herausforderung: digitale Medien gehören heute selbstverständlich dazu – aber nicht grenzenlos. Bei uns zuhause gibt es klare Zeiten für iPad und Computer, bewusst gewählte Inhalte, gesperrte Apps und feste Regeln für den Umgang mit digitalen Werkzeugen. Nicht aus Misstrauen, sondern aus Verantwortung.
Je tiefer ich beruflich in die Welt der KI eingetaucht bin, desto klarer wurde mir, dass genau hier eine Lücke besteht. Künstliche Intelligenz kann unglaublich viel erklären, inspirieren und beim Lernen helfen. Gleichzeitig ist sie oft zu schnell, zu komplex oder schlicht nicht auf Kinder ausgerichtet. Inhalte, Tonfall und Beispiele passen meist nicht zu ihrem Alter – und schon gar nicht zu ihrem Bedürfnis nach Sicherheit.
Aus dieser Spannung heraus ist LUMI entstanden.
Zunächst ganz unspektakulär. Eine lokal laufende KI bei mir zuhause, bewusst begrenzt, bewusst entschleunigt. Eine KI, die nicht alles weiss, sondern nur das erklärt, was für Kinder sinnvoll, verständlich und altersgerecht ist. Eine KI, die freundlich spricht, Geduld hat, nachfragt, Dinge vereinfacht – und vor allem: die weiss, wo ihre Grenzen sind. Wenn es um sensible Themen geht, ermutigt LUMI Kinder dazu, mit Erwachsenen zu sprechen. Nicht als Warnung, sondern als Einladung zum gemeinsamen Gespräch.
Mit der Zeit wurde klar, dass diese Idee nicht nur für meine Familie funktioniert. Immer mehr Eltern stellen sich dieselben Fragen: Wie können Kinder digitale Werkzeuge nutzen, ohne überfordert zu werden? Wie schaffen wir einen Rahmen, der Neugier fördert, aber Sicherheit bewahrt? Und wie kann KI ein Lernbegleiter sein, ohne zum Ersatz für menschliche Beziehung zu werden?
So wurde aus der lokalen Lösung ein öffentlich zugänglicher Dienst. LUMI läuft heute auf Servern in Europa und folgt bewusst europäischen Vorstellungen von Datenschutz, Transparenz und Verantwortung. Gleichzeitig ist mir wichtig, offen zu sagen: LUMI ist nicht perfekt. Wie jede lernende Technologie befindet sich auch LUMI in ständiger Entwicklung. Antworten können sich verändern, Erklärungen können vereinfacht sein – und gelegentlich können auch Fehler passieren.
Gerade deshalb ist LUMI kein abgeschlossenes System, sondern ein wachsender Begleiter. Rückmeldungen von Eltern und Kindern fliessen laufend in die Weiterentwicklung ein. Ziel ist nicht, Fehler zu verstecken, sondern daraus zu lernen und LUMI Schritt für Schritt besser, sicherer und verständlicher zu machen.
Die Grundidee ist dabei unverändert geblieben: LUMI ist kein Lehrmittel, kein Ersatz für Schule und kein allwissender Assistent. LUMI ist ein Lernfreund. Einer, der erklärt, ohne zu überfordern. Der unterstützt, ohne zu bevormunden. Und der Kinder darin bestärkt, Fragen zu stellen – und Antworten gemeinsam mit Erwachsenen weiterzudenken.
LUMI ist aus Verantwortung entstanden. Und aus dem Wunsch, dass Technologie nicht lauter, schneller oder mächtiger wird – sondern verständlicher, freundlicher und menschlicher.